Obalski ermittelt (2) - Witch Hunt von Susanne Kaiser
Inhalt
München: Eine Politikerin des Bayerischen Landtags wird massiv bedroht. Sie erhält E-Mails mit Vergewaltigungs- und Mordfantasien, wird in den sozialen Medien beschimpft und beleidigt. Als eine Bombendrohung im Landtag eingeht, bekommt die Frau Personenschutz, und Obalski von der Sondereinheit Doppel-X wird undercover als Social-Media-Beraterin ins Team der Politikerin eingeschleust. Sie soll ermitteln, wer hinter den Angriffen steckt. Schon bald werden die Hetzkampagnen persönlicher und zugleich gefährlicher. Kennen die Täter ihr Opfer auch privat? Oder leakt jemand aus dem Umfeld der Politikerin Interna?Als eine Richterin tot aufgefunden wird und weitere Frauen ins Fadenkreuz des Hetzmobs geraten, stehen Obalski und ihr Team unter Druck. Was verbindet die Frauen, ausser dass sie erfolgreich sind? Und wie können die Täter gestoppt werden?
Autoreninfo
Susanne Kaiser, geboren 1980 in Berlin, ist Journalistin und Autorin. Sie schreibt und spricht unter anderem für Die Zeit, DER SPIEGEL und Deutschlandfunk Kultur und ist als Expertin bei Arte, WDR, ZDF oder Pro7 zu sehen. Seit 20 Jahren beschäftigt sie sich mit den Machtverhältnissen zwischen Männern und Frauen in muslimischen und in westlichen Gesellschaften. 2023 ist ihr Buch «Backlash. Die neue Gewalt gegen Frauen» erschienen, 2025 ihr Debütroman «Riot Girl». Er wurde von der Presse hoch gelobt, stand auf der Krimibestenliste und wurde 2026 mit dem renommierten Glauser-Preis in der Kategorie «Debüt» ausgezeichnet. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.Meine Meinung
3 von 5, 4/5, 3/5 Tendenz sinkend und dann doch 4/5. So ist es mir beim Lesen des zweiten Fall von Obalski ergangen.Susanne Kaiser kennt sich definitiv aus mit sozialen Medien und was dahinter steckt. Sehr lehrreich für mich, da mir der Begriff Incel nicht geläufig war. Obalski ermittelt wieder in der aus Band ein bekannten kopflosen Haudrauf-Methode. Und das brachte mit zur ersten 3/5. Schon innerhalb der ersten Seite langte ich mir imaginär an den Kopf. Das Buch steigert sich, insbesondere Karajan (mit welchem Obalski ermittelt) gefiel mir zunehmend. Obalski schien sich endlich Joe zu öffnen und dann.. come on, so schlecht. Wenn man heutzutage auf den Jugendlichen rumhackt betreffend Handykonsum, dann ist von nun an Obalski der heilige Gral. Und dort dreht das Buch zu 3/5 mit sinkender Tendenz. Aber, sie kriegt den Rank besser als gedacht. Das Buch nimmt im letzten Drittel gehörig Fahrt auf. Die losen Fäden verweben sich tadellos, die Pace bleibt hoch und der Schluss ist mehr als stimmig.
Die Figuren gefallen mir immer besser. Karajan gewann bei mir viele Punkte, Mattensief bleibt der Big Boss. Die Abgeordnete Yanar (ich musste immer an Kaja denken, was nicht gerade hilfreich war), ist eine interessante Person. Und dann gab es noch Frau Borat (auch da hatte ich immer einen Mann vor Augen). Ob das Zufall war oder ein Easteregg mit Borat und Yanar. Man weiss es nicht?!
Obalski ist und bleibt sich selbst. Wir lernen ihre Mutter und die Verbindung der beiden besser kennen. Hier bin ich klar Team Obalski, ihre Mutter nervte mich ebenfalls. Es gibt genug offen Fäden für Band drei. Dies auf der zwischenmenschlichen Ebene und der Figurenebene.
Buchinfos
Einband gebundene Ausgabe400 Seiten
Erscheinungsdatum 17.04.2026
Verlag Rowohlt Verlag
ISBN 978-3-8052-0117-9
Preis Fr. 33.90

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