Die Arena: Grausame Spiele (1) von Hayley Barker

Hayley Barker ; Die Arena Grausame Spiele, Rowohlt

Inhalt

London in der nahen Zukunft. Die Gesellschaft hat eine Spaltung vollzogen: Die Pures leben komfortabel und luxuriös, während die Dregs ausgegrenzt, geächtet und unterdrückt werden. Manchen Familien der Dregs werden ihre Kinder entrissen und zum "Zirkus" gebracht, wo die jungen Artisten zum Amüsement der Pures hungrigen Löwen begegnen oder waghalsige Hochseilakte liefern.
Hoshiko ist der Star auf dem Hochseil - sie vollbringt jeden Abend Unglaubliches, 15 Meter über dem Boden, ohne Fangnetz. Jede Vorführung könnte ihre letzte sein - und genau darauf lauern sensationslüstern und mit fasziniertem Grauen ihre Zuschauer. Doch dann begegnet Hoshiko dem Sohn einer hochrangigen Pure-Politikerin, Ben, der den Zirkus besucht - und verliebt sich in ihn, gegen alle Regeln. Ben begreift erst nach und nach die Realitäten, die hinter seinem komfortablen Leben stehen und wendet sich gegen seine eigene Klasse - für Hoshiko, das Mädchen, das er liebt. Um sie zu retten, begibt er sich in tödliche Gefahr. 


Autoreninfo

Hayley Barker hat fast achtzehn Jahre als Englischlehrerin gearbeitet, bevor sie sich in Vollzeit dem Schreiben widmete. Sie liebt Jugendbücher, und ihre Romane veröffentlicht zu sehen, ist für sie das grösste Abentuer ihres Lebens. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen und einem etwas hyperaktiven Hund in Essex.   


Katharina Naumann ist Lektorin und Übersetzerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

Meine Meinung


Als ich das erste Mal von diesem Buch gehört habe, liess es mich gleich an die Panem Trilogie denken. Wie ich das Buch dann vom Verlag erhielt, habe ich es natürlich gleich gelesen. Vielen Dank an den Verlag für dieses Rezensionsbuch.

Hoshiko ist eine Hochseilartistin. Sie lebt und arbeitet im Zirkus. Sie ist eine Dreg. Dregs sind der Abschaum der Gesellschaft. Dregs werden wie Dreck behandelt und kämpfen für ihr Überleben. Pures sind das Gegenteil und die Könige der Gesellschaft. Die zwei massiven Gegensätze sind brutal und kaum aushaltbar. Als Ben, der Sohn der hochrangigen Politikerin, das erste Mal im Zirkus ist, verliebt er sich in Hoshiko. Er beginnt, die Politik zu hinterfragen und lehnt sich gegen seine Mutter auf. Dies bleibt leider nicht ohne Konsequenzen. Er muss sich entschieden auf welcher Seite er steht.

Die Stimmung des Zirkus ist unglaublich bildlich dargestellt. Die Lichter, der Glitzer und die Musik sind sehr eindrücklich beschrieben. Durch die gewaltigen Beschreibungen erlebt man auch die ganze Ungerechtigkeiten sehr nah. Die Brutalität gegenüber den Dregs machen einem zu schaffen. 

Hayley Barker hat eine fantasievolle Welt rund um den Zirkus erschaffen. Die Spannung ist schon innert ein paar Seiten spürbar und steigert sich merklich. Die Kapitel sind abwechslungsweise aus der Sicht von Hoshiko und Ben geschrieben. Dies lässt den Leser an allen Gefühlen und Entscheidungen der Protagonisten teilhaben. 

Hoshiko ist ein starker Charakter, welche sich jedoch nach Ruhe und vor allem Freiheit sehnt. Ihre Beziehung zu Greta fand ich schön. Sie ist immer stark für die Kleine. Jedoch wäre es etwas realistischer gewesen, wenn auch Hoshiko nicht immer nur stark wäre. Sie kämpft ununterbrochen, was sehr an die Substanz geht. Es gibt ein paar einzelne Figuren, welche etwas tiefer beleuchtet werden, jedoch hätte ich mir die detailverliebtheit der Autorin manchmal auch bei den Figuren gewünscht. Da die Dystopie jedoch weitergeht, kann sich dies ja noch ändern. Was ich mir sehr wünsche. Auch hätte ich mir schon von Beginn an mehr Informationen zu der ganzen Welt und ihre Schubladen (Dreg/Pure) gewünscht. Am Anfang schwamm ich etwas und das Puzzle konnte erst mit der Zeit etwas vervollständigt werden. 

Natürlich bleiben viele Fragen offen und werden hoffentlich im zweiten Teil beantwortet. Dieser erscheint am 19. November 2019 und ich bin gespannt darauf.

Ich vergebe dieser Zirkusdystopie 3.5 von 5 Spiele.


Buchinfos



Einband gebundene Ausgabe
480 Seiten
Erscheinungsdatum 17.09.2019
Verlag Rowohlt
ISBN 978-3-8052-0048-6
Preis Fr. 28.90






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